Vor zwei Wochen war ich beim TYPO3camp Berlin zu Gast.
TYPO3 ist ein Content Management System, in welchem - vereinfacht gesagt - Inhalte für Websites eingepflegt werden.
Ich habe selbst zuletzt vor ca. 11 Jahren mit TYPO3 gearbeitet. Auch dieser Blog wird nicht mit TYPO3 realisiert.
Mein ältester Bruder ermutigte mich aber letztendlich im Rahmen des Camps über meinen Blog zu berichten, denn das Camp soll auch Themen mit anderen Hintergründen beleuchten.
So blieb ich tatsächlich bei diesem Vorhaben, zu dem ich mich bereits ein halbes Jahr zuvor entschlossen hatte und so fuhr ich nach Berlin. Diesmal nicht (ausschließlich) der Familie wegen.
Ich war nicht nur Teilnehmer, sondern auch Speaker - ich habe eine Session (einen Vortrag) über handlecap gehalten.
Das TYPO3camp Berlin ist ein sogenanntes Barcamp.
Das heißt, die Inhalte werden direkt vor Ort spontan von und mit den Teilnehmern realisiert und somit die zwei Tage Camp gestaltet. Angebot und Nachfrage, wenn man so will.
Eine schöne Art solch eine Veranstaltung zu gestalten.
Demnach hätte ich also auch noch kurzfristig einen Rückzieher machen können, aber das habe ich nicht getan.
Stattdessen stellte ich mich - wie einige andere Teilnehmer auch - im Foyer vor die vielen Teilnehmer und stellte mein Thema vor. Danach wurde abgestimmt.
Die Zustimmung war größer, als ich ehrlicherweise selbst erwartet hätte.
Zudem erhielt ich mit einer Stunde auch den längsten Slot, den es für eine Session zu vergeben gab. In der Regel waren es 45 Minuten. Ich fühlte mich schon auf eine Art geehrt.
Der erste Tag des Camps schritt voran und dann war ich mit meiner Session an der Reihe.
Am Ende besuchten „nur“ ca. 13 Leute meinen Vortrag, darunter meine Brüder und eine Freundin.
Und doch empfand ich diese dann scheinbar geringe Teilnehmerzahl noch immer als großen Zuspruch - zumal es hier so gar nicht um TYPO3 ging und TYPO3-Interessierte sich hier nicht weiterbilden konnten.
In meinem Job stehe ich oft vor Kollegen, zum Teil vor mir noch fremden Kollegen aus anderen Ländern und arbeite sie ein, halte Vorträge vor ihnen - und das manch einmal entsprechend auf englisch.
Also ist es mittlerweile sogar Gewohnheit für mich geworden vor Menschen zu sprechen.
Aber diese Situation war dann doch ganz anders - obwohl ich über das sprach, was von klein auf zu mir gehört. Über das, was ich seit einem Jahr aufgebaut habe - mein Blog. Mein Blog über mein Leben.
Ich dachte, es würde mir dadurch noch viel leichter fallen, als ohnehin schon in meinem Beruf. Vielleicht war es aber auch genau das, was es zur Herausforderung werden ließ.
Zudem hatte ich eine so richtige Präsentation zuletzt in meiner Abiturzeit vor 12 Jahren.
Ich habe meine Session ganz bewusst recht frei und flexibel gehalten, ich wollte vielmehr eine Gesprächsrunde entstehen lassen. Alles ist möglich in so einer Session, es gibt keine Vorgaben und Regeln wie diese genau auszusehen hat.
Es lief erst schleppend an.
Vor allem ich selbst hatte das Gefühl souveräner auftreten und auf Fragen besser antworten zu können.
Aber in Bezug auf die Themen Hilfsbereitschaft, Blicke von (gesunden) Mitmenschen usw. gibt es wahrscheinlich einfach auch nicht DIE Antwort und die perfekte Lösung für jede Situation.
So entstand dann doch noch eine wirklich schöne Runde. Es kamen Fragen und Reaktionen mit denen ich zum Teil selbst nicht gerechnet hätte und die ich hier wahrscheinlich noch einmal separat behandeln werde.
Ich habe nach meiner Session positives Feedback bekommen, auch wenn ich mit mir selbst strenger ins Gericht ging - aber das macht man ja fast immer.
Es kamen sogar Teilnehmer auf mich zu und meinten, sie hätten auch gern an meiner Session teilgenommen - wenn nicht ein anderes Wunschthema zur selben Uhrzeit stattgefunden hätte.
Alles in allem war das eine bestärkende Erfahrung und es waren wirklich schöne Tage im TYPO3camp Berlin.
Vor allem flammte auch wieder meine Leidenschaft für Veranstaltungen auf, denn ich bin gelernte Veranstaltungskauffrau.
Ich könnte mir vorstellen das nächste Jahr wieder das TYPO3camp Berlin zu besuchen. Aber weder als Teilnehmer noch als Speaker. Am liebsten dann als helping hand.
